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Drachenhäute oder kleine Gespenster – die Suche nach den passenden Worten in der Schreibwerkstatt mit Stefan Fricke

05. August 2016 Laura-Maxine Kalbow Keine Kommentare

von Tobias Knickmann und Laura-Maxine Kalbow

 

Wie beschreibe ich ein weißes Silikonmaterial, das sich in alle Richtungen dehnen kann, mit dem ich Klänge erzeuge, eine Haut, die in einer Klanginstallation zum Gestaltungselement wird? Wie erkläre ich einem Leser, nach was diese Musik klingt?  Wie beschreibe ich meine Umgebung? Sehe ich in dem Silikonmaterial eine Drachenhaut oder erinnert es an „Das kleine Gespenst“?

 

Journalistische Grundlagen

Impressionen und Beschreibungen von Musik und dem Raum, in dem sie erklingt, lassen sich schwer auf’s Papier bringen. Diese Fragen diskutieren zirka zehn TeilnehmerInnen in der Schreibwerkstatt der Internationalen Ferienkurse. Journalistische Grundlagen neben dem Feingefühl für die Neue Musik bestimmen den Workshop mit Stefan Fricke.

Wir durften mit einsteigen. Hinein in die scheinbar endlosen Kontroversen über den gelungenen Prototyp einer Kritik, hinein in die Frage nach der gelungenen „Schreibe“, der professionellen Radiostimme, der Rolle des Kritikers, des Musikjournalisten.

Mit starker Intensität, viel Witz und genügend kreativen Pausen wurde diskutiert, ob das Blau krass oder intensiv ist, der Komponist schon im ersten Absatz zu erwähnen ist, die zweite und dritte Auflistung nach dem Komma zwingend folgen muss.

 

Kritik der Kritik

Ist Ihnen aufgefallen, dass dieser Text mit unmöglichen Fragen beginnt? Und was zum Teufel ist eine „starke Intensität“? Impliziert Intensität denn nicht immer etwas Starkes? Haben sie beobachtet, dass die Sätze immer mit einer unnötigen dritten Auflistung enden? Und wieder diese Fragen…

Kritik über die eigene „Schreibe“ ist nicht einfach, Fehler sind nicht leicht zu entdecken, ebenso ist sie kontrovers und diskutabel, aber sie ist wichtig. Und es macht Spaß, denn sie hinterfragt, lehrt und setzt neue Impulse.

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Vielen Dank an Stefan Fricke und alle Teilnehmer!

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